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Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

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Gefährden Rückstände von Glyphosat die Gesundheit von Mensch und Tier?

Alle von nationalen und internationalen Zulassungsbehörden bisher durchgeführten Risikobewertungen haben ergeben, dass Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt nur gering toxisch ist. Auch wenn sich manchmal Spuren von Glyphosat in Tierfutter und Nahrungsmitteln nachweisen lassen, sind die zugelassenen Mengen so gering, dass sie kein Risiko für die menschliche oder Tiergesundheit darstellen. © Fotolia.com / Alex011973
 
Zur Bewertung von möglichen Risiken durch die Aufnahme von Nahrung, die Rückstände von Glyphosat enthält, wurde zum einen ein Wert für die "erlaubte Tagesdosis" von  Glyphosat (Acceptable Daily Intake oder ADI-Wert) festgelegt, als auch Rückstandshöchstgehalte (Maximum Residue Limit oder MRL) für Glphyosat in Lebensmitteln und Futtermitteln.
 
Rückstandshöchstgehalte sind die rechtlich verbindlichen Höchstmengen an Pflanzenschutzmittelrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln, die auf Grundlage der empfohlenen Anwendung angesetzt werden. Der ADI-Wert gibt dagegen die Menge eines Stoffes an, die ein Verbraucher täglich und ein Leben lang ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufnehmen kann. Die Europäische Kommission hat für Glyphosat einen ADI-Wert von 0,3 mg/kg Körpergewicht/Tag festgelegt.
 
Eine Untersuchung über das Ausmaß der möglichen Aufnahme von Glyphosatrückständen (unter der Annahme, dass alle aufgenommenen Lebensmittel Rückstände in der maximal zulässigen Höhe enthalten, was sehr unwahrscheinich ist) hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit dass der ADI-Wert jemals erreicht wird, sehr gering ist. Oder anders ausgedrückt: Sogar wenn alle Lebensmittel Glphyosatrückstände in der maximal zulässigen Höhe (MRL) enthalten würden, würde dies nur einen sehr kleinen Prozentsatz des ADI für Menschen ausmachen. Ein von Deutschland1 vor kurzem vorgestellter Bewertungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass die von Verbrauchern aufgenommenen Glyphosatrückstände weniger als zwei Prozent des ADI-Wertes betragen. Dabei ist zu beachten, dass verschiedene Studien über die Toxikokinetik , d.h. Aufname, Verteilung Ausscheidung, und den Stoffwechsel gezeigt haben, dass aufgenommene Spuren von Glyphosat von dem Körper in unveränderter Form rasch beseitigt (ausgeschieden) werden.
 
Ein kürzlich veröffentlichter Artikel2 behauptet zwar eine Verbindung zwischen Glyphosatrückständen im Urin von landwirtschaftlichen Nutztieren und dem Auftreten von Nierenerkrankungen herstellen zu können, jedoch werden Ansatz und Methodologie der Publikation als mangelhaft kritisiert. Die nachgewiesenen, sehr geringen Glyphosatkonzentrationen liegen in dem erwarteten Umfang und zeigen, dass die aufgenommenen Mengen weit unterhalb von den Mengen liegen, die auch in Tierversuchen unbedenklich waren. Folglich liefern diese Studien keine neuen Daten oder Informationen, die für die Sicherheitsbewertung von Glyphosat maßgeblich sein könnten.
 
1 Als berichterstattender Mitgliedsstaat für die Wiederzulassung von Glyphosat.
2 Krüger M., Schrödl W.et al, Field investigations of glyphosate in urine of Danish Dairy Cows. J Environ Anal Toxicol 3: 1896. Doi: 10 4172/2161=0525. 1000186 und Krüger M., Schledorn, P. et al Detection of Glyphosate Residues in Animals and Humans.
 
Weiterführende Informationen:
Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Lebensmitteln

Letzte Aktualisierung: 26 Januar 2015