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Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

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Stellt Glyphosat ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar?

Glyphosat ist einer der weltweit meist genutzten Pflanzenschutzwirkstoffe; seit 40 Jahren dient er der wirksamen und nachhaltigen Bekämpfung von Unkräutern. Seither haben die Prüfungen internationaler Zulassungsbehörden immer wieder ergeben, dass Glyphosat keinerlei unzumutbares Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.

Dennoch hat eine kürzlich veröffentlichte Studie der Organisation Earth Open Source mit dem Titel: „Roundup und Geburtsschäden: Wird die Öffentlichkeit im Unklaren gelassen?“ in Teilen der Öffentlichkeit eine kontroverse Diskussion über diese Prüfungsverfahren und mögliche gesundheitliche Risiken von Glyphosat ausgelöst. Die Verfasser kritisieren, dass einige toxikologische Studien in den bisherigen Risikoanalysen nicht berücksichtigt worden wären. Der Report bezieht sich dabei hauptsächlich auf einzelne in vitro Studien, bei denen Entwicklungsstörungen bei Hühner-, Froschembryonen und menschlichen Zelllinien beobachtet wurden.

Glyphosatprodukte sind die am häufigsten eingesetzten Herbizide in Europa (© berggeist007/pixelio.de).

Internationale Gesundheitsbehörden sind jedoch übereinstimmend der Ansicht, dass solche in vitro Studien für die Sicherheitsbewertung wenig aussagekräftig sind. Sie berücksichtigen weder die Bedingungen, unter denen Menschen und Tiere normalerweise mit Glyphosat in Kontakt kommen können, noch besitzen Zelllinien und Embryonen  die gleichen physiologischen Barrieren, wie etwa Aufnahme, Stoffwechsel und Ausscheidung, die normalerweise die Exposition begrenzen.
 

Internationale Richtlinien schreiben daher vor, dass Substanzen durch Fütterungsexperimente unter realistischen Expositionsbedingungen und an lebenden, intakten Tieren getestet werden müssen..

In vitro Studien, bei denen Ziellinien und Embryonen mit der Testsubstanz in direkten Kontakt kommen (z.B. durch Beimischen der Substanzen in die Kulturmedien oder durch Injektion), entsprechen nicht den international harmonisierten Richtlinien und werden von den zuständigen Behörden als unzuverlässig und wenig relevant für die Sicherheitsbewertung eingestuft. Eine detaillierte und kritische Überprüfung des Earth Open Source Reports wurde kürzlich veröffentlicht.

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Letzte Aktualisierung: 02 Juni 2015