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Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

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... Geschichte von Glyphosat

Das Glyphosat-Molekül wurde im Jahr 1950 vom Schweizer Chemiker Henri Martin beim Pharmaunternehmen Cilag erstmals beschrieben. Mögliche Anwendungen für diese Substanz waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Erst in den 70er Jahren fand man heraus, welche Wirkung Glyphosat auf Unkräuter hat. Damals testete das Unternehmen Monsanto verschiedene Verbindungen auf ihre Fähigkeit, Wasser zu enthärten. Dabei entdeckten Mitarbeiter des Unternehmens, dass zwei mit Glyphosat eng verwandte Moleküle eine mäßige Aktivität gegen mehrjährige Unkräuter aufwiesen. Der Wissenschaftler John Franz begann daraufhin, Derivate dieser zwei Verbindungen zu synthetisierten. Er stellte schnell fest, dass Glyphosat ein äußerst wirksames Mittel gegen Unkäuter ist. In den darauffolgenden Jahren wurde Glyphosat unter dem Handelsnamen “Roundup®” patentiert.

1974 wurde Roundup® zunächst in Malaysia für die Unkrautbekämpfung auf Gummibaumplantagen und in Großbritannien im Weizenanbau genutzt. Die erste US-Zulassung erfolgte ebenfalls im Jahr 1974, allerdings anfänglich nur für Anwendungsbereiche außerhalb der Landwirtschaft.

Landwirte setzten Glyphosat-Herbizide anfänglich ausschließlich dazu ein, um auf Stoppelfeldern nach der Ernte ein unkrautfreies Saatbeet für die nächste Aussaat im Frühjahr vorzubereiten. Später wurde der Anwendungsbereich beispielsweise auf die sogenannte Vorerntebehandlung von  Getreide- und Ölsaaten ausgedehnt.

Dr John Franz (© Monsanto)

Seit seiner Einführung entwickelte sich Glyphosat zu einem der meist genutzten Wirkstoffe in Breitbandherbiziden rund um den Globus. Die Verwendung von Glyphosat-Herbiziden hat viele landwirtschaftliche Praktiken entscheidend vereinfacht und verändert. Für den „globalen Beitrag von Glyphosat zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und Faserstoffen“ erhielt der US-amerikanische Wissenschaftler John Franz im Jahr 1987 die nationale Ehrenauszeichnung für Technologie, die „U.S. National Medal of Technology“.

Derzeit wird der Wirkstoff von mehr als 40 Unternehmen unter verschiedenen Handelsnamen weltweit vermarktet. Glyphosat ist in allen Ländern der europäischen Union zugelassen und mehr als 2000 Glyphosat-haltige Pflanzenschutzprodukte sind im Moment für landwirtschaftliche Anwendungen in der EU registriert. Sein breites Wirkungsspektrum und die relativ einfache Handhabung haben Glyphosat zu einem der meist genutzten Herbizidwirkstoffe in der Landwirtschaft gemacht.

Letzte Aktualisierung: 30. November 2012