Infoportal Glyphosat

Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

Menu
Suchen

Glyphosatrückstände im Urin dänischer Kühe: Stellungnahme der Glyphosat Task Force

© Petra Dirscherl / pixelio.de

Die Glyphosate Task Force (GTF) hat die Publikation1 zur Kenntnis genommen und sie wird derzeit neben einer behördlichen Prüfung (eine erste Einschätzung des BfR liegt bereits vor, s.u.) auch von den wissenschaftlichen Experten der GTF geprüft. Eine erste Begutachtung der Studie gibt jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass die Ergebnisse von wissenschaftlicher Relevanz sind, da die Autoren der Studie keinerlei aussagekräftige Daten liefern. Bezüglich der Plausibilität der Studie hat die GTF folgende Vorbehalte:

Das experimentelle Design beinhaltet keine Kontrollgruppen und es werden keinerlei Bezugswerte mit geliefert. Die Studie liefert auch keine Einzelwerte oder zur statistischen Analyse. Dies macht eine aussagekräftige Interpretation und Einordnung der angeführten Messwerte unmöglich.

  • Viele der angeführten Analysenergbenisse sind sowohl von der Ernährung als auch den Haltungsbedingungen der Tiere abhängig und unterliegen dadurch natürlichen Schwankungen.
  • Es werden keine Angaben gemacht, welche Glyphosatkonzentrationen durch das Futter aufgenommen werden. Die im Urin gemessenen Glyphosatkonzentrationen liegen alle unterhalb des auf bestimmungsgemäßem Einsatzes von Glyphosat beruhenden erlaubten Höchstwertes im Tierfutter.
  • Ironischerweise waren ausgerechnet die Rinder mit den höchsten Glyphosatwerten– bezogen auf die Milchproduktion – offenbar die Gesündesten. In der Studie wird auch nicht über klinische Krankheitsanzeichen oder irgendwelche  gesundheitlichen Probleme der Kühe berichtet.
  • Glyphosat wird erwartungsgemäß im Urin der Tiere gefunden, da selbst kleinste Mengen von Glyphosat in Tierfutter unverändert vom Körper über diesen Weg ausgeschieden werden.
  • Keiner der angeführten Blutwerte zeigt negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit. Aufgrund des fehlerhaften experimentellen Designs ist keine sinnvolle Interpretation der Daten möglich.
  • Die Autoren sehen in den erhöhten Harnstoff-Stickwerten im Blut (BUN Werte) einen Beweis dafür, dass Glyphosat verstoffwechselt wird und Ursache für Nierenschäden in Kühen ist. Diese Spekulation wird jedoch nicht von den Daten der Studie gestützt. Sie widerspricht den Ergebnissen der vielen in vivo Stoffwechsel- und toxikologischen Studien, die seit der Zulassung von Glyphosat in den vergangenen 40 Jahren an unterschiedlichen Tierarten durchgeführt wurden und von den zuständigen Behörden vielfach bewertet wurden. Die Studien liefern keinerlei Hinweise auf eine nierenschädigende Wirkung von Glyphosat.
  • Darüber hinaus führen die Autoren eine sehr einseitige und nicht repräsentative Auswahl an Studien als Beleg für die schädigende Wirkung von Glyphosat an. Diese Arbeiten wurden bereits mehrfach von Behörden und Toxikologen als unzureichend und irrelevant für die Risikobewertung von Glyphosat abgelehnt. Die zahlreichen und detaillierten Bewertungen internationaler renommierter Wissenschaftler zur toxikologischen und epidemiologischer Literatur über Glyphosat werden dagegen nicht berücksichtigt.

Bis heute sind alle wissenschaftlich fundierten Studien zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat von Tieren nicht verstoffwechselt, sondern unverändert wieder ausgeschieden wird. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Glyphosat Nierenschäden verursacht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Glyphosat und sein Hauptabbauprodukt AMPA nicht in der Milch von Milchkühen nachgewiesen wurden.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits eine erste Einschätzung zu den Ergebnissen auf seiner Webseite veröffentlicht (Zitat):
 „Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt in einer ersten Einschätzung der Studie zu dem Schluss, dass die berichteten Ergebnisse einen kausalen Zusammenhang zwischen der Glyphosat-Belastung der Tiere und den bei ihnen beobachteten Veränderungen von Enzymaktivitäten und weiteren Laborparametern nicht belegen.“2

1 Krüger M, Schrödl W, Neuhaus J, and Shehata AA. Field Investigations of Glyphosate in Urine of Danish Dairy Cows, J Environ Anal Toxicol 2013, 3:5 (an on-line open access journal)

Erste Einschätzung von Glyphosatfunden im Urin von Milchkühen: Aktualisierte  Stellungnahme Nr. 026/2013 des BfR (20. September 2013)

Letzte Aktualisierung: 07 Oktober 2013