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Stellungnahme: Glyphosat und Bienen

Im einem Fachartikel – kürzlich veröffentlicht in der Zeitschrift  Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) – wird über eine angebliche Beeinträchtigung von Darmbakterien in Honigbienen durch Glyphosat berichtet. Diese Aussage ist falsch.

Die Autoren selbst schreiben in ihrem Beitrag, dass eine erhöhte Sterblichkeit bei Honigbienen-Völkern von vielen Faktoren ausgelöst werden kann und die genauen Ursachen bisher nicht ausreichend geklärt sind.  Zudem konnten die Wissenschaftler in ihren Experimenten keine Abhängigkeit zwischen beobachteten Effekten und der im Experiment eingesetzten Glyphosatkonzentration nachweisen. Dies ist bei toxikologischen Untersuchungen aber eine unabdingbare Voraussetzung für den Nachweis der Wirkung eines Stoffes.

Darüber hinaus wurden bei den beschriebenen Experimenten Glyphosatkonzentrationen (1,4-7,6 mg/l) eingesetzt, die weit über den realistischen Umwelt-Konzentrationen dieses Stoffes liegen. Aber selbst unter diesen Bedingungen zeigte sich, dass die Zahl der Darmbakterien nach Glyphosatbehandlung der Bienen nur geringfügig gesunken war. Dieser Effekt war, laut Studie, noch nicht einmal statistisch signifikant.

In einem kürzlich erschienenen Zeitungsartikel kritisierte ein unabhängiger Wissenschaftler die Studie. Aufgrund der hohen eingesetzten Glyphosatkonzentrationen in den Experimenten sei die Aussagekraft der Studie gering. Diese Arbeit zeige lediglich, dass Glyphosat möglicherweise auf Darmbakterien in Bienen wirken könnte. Sie liefere aber keine Daten, dass es dazu unter normalen Umweltbedingungen kommt.

Glyphosat und mit diesem Wirkstoff hergestellte Pflanzenschutzmittel sind bereits umfassend in Labor- und in Feldversuchen bezüglich möglicher Wirkungen auf Bienen untersucht worden. So wurden in der direkten Umgebung von Bienenstöcken großflächig Pflanzen mit Glyphosat behandelt. Akute oder chronische Effekte traten bei den Tieren nicht auf, weder bei adulten Bienen noch bei den Larven. Dabei wurden sogar Glyphosat-Konzentrationen eingesetzt, die dreimal höher lagen als bei normalen landwirtschaftlichen Anwendungen.

Die Spekulationen in den Medien über eine angebliche Bienengefährdung durch Glyphosat sind daher irreführend. Alle bisherigen Untersuchungen zeigen, dass Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel bei sachgerechten und bestimmungsgemäßen Einsatz für Bienen oder andere Insekten unschädlich sind.

Abschließend möchten wir auch darauf hinweisen, dass im Rahmen der jetzt veröffentlichten Studie nur eine sehr kleine Anzahl individueller Bienen untersucht wurde. Sie ist in ihrer Aussagekraft daher nicht vergleichbar mit anderen publizierten Studien, bei denen ganze Bienenvölker in die Untersuchung einbezogen wurden. Nur mit solchen Studien lassen sich Auswirkungen auf die gesamte Kolonie umfassend und hinreichend genau bewerten.

Letzte Aktualisierung: 28 September 2018