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Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

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Technische Stellungnahme der Glyphosate Task Force zur IARC-Monographie

Seit der Veröffentlichung der von der IARC vorgenommenen vorübergehenden Klassifikation von Glyphosat in der Zeitschrift The Lancet im März 2015 hat die IARC Schritte zur Klärung von Zweck und Umfang angestoßen. Die IARC hat beispielsweise präzisiert, dass sie zwar „Krebsgefahrenpotenziale untersucht, jedoch keine mit der tatsächlichen Exposition verbundenen Risiken“. Im Gegensatz zu international tätigen Zulassungsbehörden, die die Risiken von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln unter Berücksichtigung aller vorliegenden einschlägigen Daten gründlich bewerten, hat die IARC eine eingeschränkte Gefahrenidentifizierung basierend auf nur einem Bruchteil der Literatur zu Glyphosat vorgenommen.

© Glyphosate Task Force Die GTF betont, dass es weltweit die Aufgabe der Zulassungsbehörden sei, umfangreiche Risikobewertungen vorzunehmen und die Sicherheit von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln zu bewerten. Die von Zulassungsbehörden vorgenommene Risikobewertung beruht auf fundierten wissenschaftlichen Verfahren, bei denen (1) alle vorliegenden einschlägigen Informationen in Betracht gezogen werden, (2) allgemeine Prinzipien der toxikologischen Bewertung honoriert (z. B. Einbeziehung historischer Kontrolldaten, kritische Beurteilung von Relevanz, Zuverlässigkeit, Wiederholbarkeit und Versuchsaufbau von Experimenten usw.) und (3) die Beweiskraft der Daten (Weight-of-Evidence) im Kontext der toxikologischen Einstufung bewertet und berücksichtigt werden.

In dem laufenden europäischen Prozess der Zulassungsbewertung von Glyphosat wurden alle vorliegenden, relevanten Informationen zu Glyphosat geprüft, u. a. auch die von der IARC berücksichtigten Daten. Im Rahmen dieser Begutachtung haben die behördlichen Prüfer ausdrücklich darauf hingewiesen, keine Hinweise gefunden zu haben, um Glyphosat als  krebserregend einzustufen.

Die GTF hat außerdem eine vorläufige Überprüfung der IARC-Monographie vorgenommen, bei der mehrere Mängel bei der Einschätzung seitens der IARC festgestellt wurden. Die GTF weist insbesondere auf folgende Mängel und Fehler in der IARC-Monographie hin:

• Die IARC-Monographie enthält keine neuen Forschungsdaten. Es werden keine neuen oder eigenständigen Daten zu Gefahren, Exposition oder Risiken von Glyphosat in Betracht gezogen. Alle von der IARC in der Monographie enthaltenen wichtigen Studien wurden bereits zuvor von Zulassungsbehörden erwogen und geprüft, zuletzt im Kontext einer umfassenden toxikologischen Beurteilung, die im Auftrag der fortlaufenden zulassungstechnischen Prüfung der EU durchgeführt wurde. Weltweit stuft keine Zulassungsbehörde Glyphosat als krebserregend ein.

• Im Gegensatz zu Zulassungsbehörden hat die IARC die für Glyphosat vorliegende Beweiskraft der Daten (Weight-of-Evidence) nicht berücksichtigt. Die in der Monographie aufgeführten wenigen Referenzen machen deutlich, dass die vom IARC-Gremium ausgewählten und berücksichtigten Informationen lediglich einen Bruchteil des großen Datensatzes zu Glyphosat darstellen. Eingehende Prüfungen aller Daten, wie dies von Zulassungsbehörden weltweit getan wird, unterstreichen hingegen die Sicherheit von Glyphosat und das Fehlen eines krebserregenden Potenzials des Wirkstoffs.

• Die IARC hat einzelne Aspekte aus den Daten ausgewählt und bei der Auslegung der Daten innerhalb jeder der vier berücksichtigten evidenzbasierten Bereiche (Karzinogenität beim Tier, Exposition, Genotoxizität und Epidemiologie) grundsätzliche Fehler begangen: Re- oder Fehlinterpretation von Studienergebnissen; Anführen alter Referenzen und eine unvollständige Prüfung der öffentlich zugänglichen Literatur; die Bewertung der IARC stützt sich auf nicht standardisierte Studien, die sich Methoden bedienen, die nicht validiert und/oder nicht konform zu internationalen Leitlinien durchgeführt wurden; und ignoriert die Ergebnisse der bisher größten und wichtigsten Studie, die sich mit der Gesundheit von  Pflanzenschutzmittelanwendern in den Vereinigten Staaten befasst hat.

Die GTF und ihre Mitglieder werden die IARC-Monographie weiterhin eingehend prüfen. Wir unterstützen Zulassungsbehörden darin, bei der Prüfung aller Pflanzenschutzmittel weiterhin auf sorgfältige, wissenschaftlich begründete Methoden der Risikobeurteilung zu setzen.Since the publication of the IARC preliminary classification of glyphosate in The Lancet in March 2015, IARC has taken steps to clarify its scope and purpose. IARC has specified that it “evaluates cancer hazards but not risks associated with exposure.” Unlike regulatory agencies globally, which conduct thorough risk assessments on pesticide active ingredients based on the totality of relevant available data, IARC conducted a limited hazard identification based on a subset of the literature on glyphosate.

Letzte Aktualisierung: 11 September 2015