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Sicherheitsbewertung und Verwendung von Glyphosat-haltigen Herbiziden in Europa

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Sicherheit: Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln

© Alexander Raths - fotolia.com

Pflanzenschädlinge und Unkräuter waren schon für die ersten Bauern vor 10.000 Jahren einProblem. Viele Unkrautarten verbreiten sich derart schnell auf den Feldern, dass teilweise mehr als Hälfte der Ernte verloren gehen kann. Die gemeine Quecke beispielsweise ist so ein Problemunkraut in Getreidefeldern. Sie kann dort Ernteausfällen von bis zu 60 Prozent verursachen.

Herbizide bieten Landwirten eine attraktive Möglichkeit, Unkräuter auf ihren Feldern wirkungsvoll zu bekämpfen. Sie sind vergleichsweise kosteneffektiv und einfach anzuwenden. Daher wurden Herbizide im Verlauf der letzten 60 Jahre zunehmend wichtiger für die sichere und effektive Produktion von Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsender Rohstoffe.

Bei der bestimmungsgemäßen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln können Landwirte aber auch Lebens-oder Futtermittel sowie die Umwelt in Kontakt mit Spuren dieser Produkte kommen. Um sicherzustellen, dass sie dabei kein unzumutbares Risiko für Mensch und Umwelt darstellen, schreiben die Gesetzgeber in der EU, den Mitgliedsstaaten und in vielen anderen Ländern umfangreiche Sicherheitsbewertungen und experimentelle Studien vor. Erst wenn ein Produkt diese Prüfungen bestanden hat, wird es zugelassen und darf  auf den Markt gebracht werden.

Möchte ein Unternehmen in der EU die Zulassung für einen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff beantragen, muss es zunächst bei der zuständigen nationalen Behörde  einen  Antrag einreichen. Dieser enthält zahlreiche wissenschaftlichen Informationen zur Sicherheitsbewertung:

•    Die physikalischen und chemischen Eigenschaften des aktiven Wirkstoffes;

•    sein Verbleib und Abbauverhalten in der Umwelt;

•    mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, z.B. Effekte auf Nichtzielorganismen wie z.B. Wildtiere und  -pflanzen sowie Mikroorganismen (Ökotoxikologie);

•    mögliche Auswirkungen auf Säugetiere (Toxikologie);

•    Rückstände in Kulturpflanzen, in Lebens- und Futtermitteln sowie Angaben zu geeigneten analytische Methoden, um diese Rückstände nachzuweisen.

Der Antrag wird anschließend von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft.  Erst wenn bei dieser wissenschaftlichen Risikobewertung festgestellt wurde, dass der Wirkstoff kein unzumutbares Risiko für Mensch und Umwelt darstellt, kann er von der EU-Kommission in die sogenannte Positivliste der EU aufgenommen werden. Der Wirkstoff darf dann in Pflanzenschutzmitteln verwendet werden. Diese Zulassung ist für maximal 10 Jahre gültig. Sie kann jederzeit überprüft werden, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der Risikobewertung vorliegen sollten. Vor Ablauf der Zulassung kann ein Antrag auf Wiederzulassung gestellt werden. Bei der Wiederzulassung wird erneut eine umfassende Sicherheitsbewertung durchgeführt.

Alle bisherigen Überprüfungen der  Zulassungsbehörden haben ergeben, dass Glyphosat kein inakzeptables Risiko für Mensch und Umwelt darstellt. Der Wirkstoff bindet fest an Bodenpartikel und wird im Boden und Wasser schnell abgebaut. Dadurch ist Glyphosat im Vergleich zu vielen anderen Herbiziden deutlich umweltverträglicher.  Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die insgesamt geringe toxische Wirkung des Stoffes auf Tiere und Menschen. Neben dem sehr breiten Wirkungsspektrum haben alle diese Eigenschaften dazu beigetragen, dass Glyphosat-haltige Herbizide heute sehr häufig in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

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Letzte Aktualisierung: 24 November 2014